Autor Thema: texniccenter, miktex und lilypond  (Gelesen 3887 mal)

Atlan

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texniccenter, miktex und lilypond
« am: Januar 26, 2010, 17:29:21 »
Ich benutze schon länger texniccenter und miktex, für Breife und und und...

Nun braucht meine Freundin für ihre Magisterarbeit Noten. Für Latex gibt es ja mehrere Möglichkeiten, aber lilypond scheint mir die Schönste.

Leider habe ich es bis jetzt nicht hinbekommen texniccenter und lilypond zu verheiraten :(. Alleine geht es wunderbar.

Kann mir jemand sagen wie ich texniccenter einstellen muß, um damit via lilypond Noten zu setzen? Was ich bis jetzt gefunden habe ich muß ein Ausgabeprofil für lilypond erstellen mit einer Batchdatei für den Aufruf. Was ich auch nicht so ganz verstanden habe was das context macht und wofür ich das noch brauche/wie ich das konfiguriere. Leider finde ich keine vernünftige Anleitung.

P.S.: Ach so, das ganze natürlich unter Windoofs ;)

derHindemith

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Re:texniccenter, miktex und lilypond
« Antwort #1 am: Januar 26, 2010, 17:48:03 »
Ich weiss nicht ob lilypond-book wieder unter Windows läuft, aber das wäre wahrscheinlich am besten.

RobUr

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Re:texniccenter, miktex und lilypond
« Antwort #2 am: Januar 28, 2010, 01:35:01 »
lilypond-book läuft unter Windows (XP) leicht eingeschränkt; zufriedenstellend allerdings nur auf der Kommandozeile.

Zum ganzen Vorhaben folgende Vorbemerkungen:
  • TXC ist mangels UTF-8-Unterstützung nicht für den Einsatz mit Lilypond zu empfehlen. Für (La-)TeX-Dokumente ist es kein Problem, da ja mittels \usepackage[latin1]{inputenc} das Eingabeschema deklariert werden kann. Selbst in der aktuellen Developmentversion (TXC 2 Alpha) ist die Zeichenkodierung nicht wählbar; lediglich die Formate für Zeilenumbrüche (DOS/UNIX/Mac) sind einstellbar. Eine bereits in UTF-8 kodierte .ly produziert in TXC wirre Zeichen. Einzige Abhilfe wäre die Eingabe aller Sonderzeichen mittels \char ##xhhhh – das ist ein einziges Hin- und Herspringen zwischen Zeichentabelle und Editor, da z.B. "à", "á" oder "ù" codiert werden müssten.
  • Einer „Heirat“ von TXC und LP (nicht lilypond-book!) steht dennoch nichts im Wege. Importierbares Ausgabeprofil im Anhang (natürlich noch die Pfade zu LP bzw. Adobe Reader anpassen/vervollständigen).
  • Wenn es nur um Notenbeispiele bzw. Codefragmente ohne Text mit Sonderzeichen geht, kann TXC verwendet werden.

Das weitere Verfahren ist einfacher als man denkt:
  • Das gemischte Dokument (LaTeX- inkl. LilyPond-Code) ganz normal im Editor bearbeiten und mit der Dateiendung lytex abspeichern.
  • Nun auf der Kommandozeile zum Speicherort der lytex-Datei wechseln und mit lilypond-book eine übersetzbare tex-Datei erzeugen:
    lilypond-book --pdf <Dateiname>.lytex
    Es wird zeilenweise Code ausgegeben. Nach dem Durchlauf liegt eine gleichnamige Datei mit der Endung tex im gleichen Verzeichnis. Diese ist jetzt mit dem (pdf)tex-Compiler übersetzbar:
    pdflatex <Dateiname>.tex
    Das PDF mit gleichem Namen ist im selben Verzeichnis erstellt worden. Fertig!

Einschränkungen (Testumgebung: Windows XP SP3 + MiKTeX 2.7 + LilyPond 2.12.3 + TeXnicCenter 1.0 Stable RC1):
  • Es gibt mal wieder das bekannte Problem mit Leerzeichen in Pfad- und Dateinamen. Am besten also nicht im Ordner „Eigene Dateien“ arbeiten, sondern in einem Ordner, der garantiert keine Leerzeichen enthält, z.B. C:\Magisterarbeit\WS_2010\magi_entwurf.lytex
  • Die LilyPond-Doku empfiehlt die Verwendung eines Unterverzeichnisses für temporäre Dateien, die beim Konvertieren (und wiederholtem Konvertieren zusätzlich) massenhaft anfallen. Auch damit hat lilypond-book (unter Windows) Probleme! Man kommt nicht umhin, im gleichen Ordner zu arbeiten und die Extradateien besser manuell zu löschen (gerade im Fall einer natürlich wichtigen Magi/Disse). Dass man die Schöpfung etlicher Monate zwingend auf so viel wie möglich externe Medien sichert (USB-Sticks kosten 20 Pfennig; CD/DVD-Rohlinge kosten 2 Cent; ein Dutzend Freunde haben einen gmail-Account und werden größere Dateianhänge gern ein paar Monate aufheben; spezielle Onlineportale haben massenhaft kostenlosen Speicherplatz), brauche ich wohl nicht betonen. Die Profs hören sich gern neue Ausreden an, aber die „mein PC hat meine Magi gefressen“-Begründung hat mittlerweile ausgedient ;)
  • Weiter im Text: lilypond-book produziert auf meinem PC-System gleich zu Beginn der Konvertierung den Fehler:
    Programmierfehler: file name not normalized: D:\\lilypondbooktest\\snippet-names-1234567890.ly
    Fortsetzung, die Daumen drücken

    Man wundere sich über die doppelten Backslashes. Jedenfalls ist der Durchlauf erfolgreich, und die Fehlermeldung kann ignoriert werden.
  • Ich konnte TXC beim besten Willen nicht überreden, die beiden Übersetzungsvorgänge in einem Rutsch per Tastendruck für mich zu erledigen :(  Es gibt in den TXC-Ausgabeprofilen nur die Möglichkeit einer Nachbearbeitung. Da der TeX-Durchlauf als eigentliche TXC-Aufgabe erst zum Schluss erfolgt, wird das offenbar nichts. Hierfür müsste eine Vorbearbeitungsmöglichkeit im Programm bereitgestellt werden. Ich kann an dieser Stelle nicht mehr weiterhelfen.

ConTeXt benötigst du also nicht zwingend.

Im Anhang noch die Testdatei test.lytex, die geparste test.tex und Output test.pdf

Beste Grüße, Robert
LilyPond 2.18.2 auf Mac OS X 10.4.11 (Intel)
Robert@CPDLEnsemble TonART Leipzigamici musicaevocHALes

Atlan

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Re:texniccenter, miktex und lilypond
« Antwort #3 am: Januar 28, 2010, 12:00:05 »
Super, danke für die Antwort. Ich werde es dann gleich mal ausprobieren.

Gruß Atlan